Warum ist die Welt so ungerecht — die Grausamen gedeihen, die Guten leiden?
Das ist die älteste Klage im Buch, und die Schrift schilt den nicht, der sie erhebt. Sie sehen etwas Wahres, kein Versagen des Glaubens. Die ehrliche Antwort ist kein sauberer Grund, sondern eine Grenze: Ihnen wird ein Faden eines Gewebes gereicht, dessen Muster Sie noch nicht sehen können. Lassen Sie die Ungerechtigkeit, die Sie nicht beheben können, nicht die Gerechtigkeit aufhalten, die Sie heute tun können. Weigern Sie sich, das zu werden, wogegen Sie protestieren.
Die Tradition hat einen Namen für die gefühlte Abwesenheit Gottes in einer verkehrten Welt — hester panim, das Verbergen des Angesichts: kein Beweis, dass er fort ist, sondern die härteste Art des Vertrauens.
Aus den Quellen „Meine Füße wären fast gestrauchelt… aber Gott ist meines Herzens Fels ewiglich.“ — Psalm 73